... der neuen, 2. Ausgabe 2005
Was erwartet dich in diesem Heft?
- Wenn du deinen Webauftritt überarbeiten willst
- Die Barrierefreiheit in neuen Projekten
- Zu diesem KnowWare-Heft
Was ist barrierefreies Webdesign?
- Was bedeutet Barrierefreiheit überhaupt?
- Menschen mit körperlichen Einschränkungen
- Wer die Regeln aufstellt
- Wie gehst du jetzt vor?
- Was du dir merken solltest
Texthinterlegung
- Nicht nur Bilder müssen mit Text hinterlegt werden 10
- Alternativtexte für Bilder
- Was du sonst bei Grafiken beachten musst
- Frames in der Textansicht
- Alternativtexte für das OBJECT-Element
Farben, Kontraste und Schriftbild
- Benutzerdefinierte Bildschirmeinstellungen
- Farben als einziges Unterscheidungsmerkmal
- Kleine Farbenlehre
- Farben in Grafiken
- Hervorhebung von Links
- Gestaltung des Fließtexts
- Der Style-Switcher als Lösung?
Skalierbarkeit
- Schriftgröße
- Tabellen und Frames
- CSS-Layout
- Ausnahmen bei der Skalierbarkeit
Linearisierbarkeit und Layout
- Layouttabellen
- CSS
- Frames
Geräteunabhängigkeit und Dynamik
- Eingabegeräte: Tastatur und Maus
- Dynamik mit Scripts
- Bewegende und blinkende Elemente
- Automatische Neuaufrufe und Weiterleitungen
- Neue Browserfenster und Pop Ups
Verständlichkeit, Navigation und Orientierung
- Das Rückgrat deines Webauftritts: die Navigation
- Verständliche Texte
- Besonderheiten mit Screen-Readern
- Weitere Orientierungshilfen
WAI: Die 66 Gebote (und zum Teil auch Verbote) auf einem Blick
Formulare
- Die geräteunabhängige Bedienung
- Bezeichnungen für Formularfelder
- Grafische Schaltflächen
- Gruppierung von Formularfeldern
Strukturelemente
- Inhalte logisch strukturieren
- Datentabellen
Was über HTML und CSS hinausgeht
- Allgemeines zu Multimedia
- Synchronisierte Multimedia
- Flash
- Ein Wort zu PDF
Validierung und Test
- Validierung
- Testen von Webseiten
- Ist meine Seite jetzt barrierefrei?
Und wie geht es weiter?
Stichwortverzeichnis
Stimmen zum Heft (1. Auflage)
aus c't Nr. 24 / 2002, S. 238, vom 18.11.2002.
Barrierefreies Webdesign
Buntes Gewimmel empfangt den Surfer auf vielen Webseiten. Was dem einen recht sein mag, den anderen eher nervt - Blinde, die sich die elektronischen
Texte vom Computer vorlesen oder in Brailleschrift ubersetzen lassen mussen, konnen mit dem Informationswirrwarr schon gar nichts anfangen.
Webdesigner denken oft nicht im Traum daran, dass behinderte Menschen ihre Seiten nicht lesen konnen oder gar nicht erst zum Navigieren kommen. Da fehlen Texte, die ein Bild beschreiben, ohne Mausklick tut sich nichts, und wer etwa farbenblind ist, verzweifelt an unglucklichen Farbkombinationen.
Die Web Accessibility Initiative (WAI) hat zwar eine stattliche Zahl von Regeln ersonnen, deren Umsetzung behinderten Menschen eine gro?e Hilfe sein
konnte - doch die meisten Webseiten prasentieren sich heute noch immer alles andere als barrierefrei. Seit Juli gilt uberdies in Deutschland die
Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Danach mussen bis 2005 Behorden der
Bundesverwaltung beim Einrichten neuer Web-Auftritte oder deren Uberarbeitung Vorkehrungen treffen, damit auch Behinderte das
Informationsangebot nutzen konnen.
Oft bedarf es relativ einfacher Uberlegungen und Mittel, eine Webseite zumindest barrierearm zu konzipieren. Hellbuschs Broschure hilft dem Gestalter einen Quantensprung nach vorn: Er zeigt am praktischen Beispiel, wie HTML-Code anzupassen ist, welche Tabellengestaltung Hilfe bietet und vergisst auch nicht, auf kognitiv bedingte Barrieren einzugehen, etwa bei Menschen mit gestorter Gedachtnisfunktion.
Die vier Euro fur die inhaltsreiche Broschure sollte jeder Webgestalter ubrig haben. Unter www.knowware.de lassen sich die ersten 20 Seiten als
Kostprobe laden. Dort erfahrt man auch, wo das Heft bezogen werden kann.
(fm)
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wollten im Internet surfen, dürften die Maus aber nur mit Boxerhandschuhen bedienen. Oder Sie wären blind und auf einer Webseite begegnete Ihrer Übertragungssoftware, die den Bildschirmtext für Sie in Sprache umwandelt, nichts Geschriebenes, sondern nur Grafik ohne hinterlegte Alternativtexte. Im ersten Fall hätten Sie wahrscheinlich Probleme, an den richtigen Stellen zu klicken, um überhaupt weiterzukommen, im zweiten Fall würde Ihre Übertragungssoftware sich in der lapidaren Meldung "Grafik, Grafik, Grafik,....." erschöpfen.
Dieser und anderer Problematiken von Menschen, die wegen einer Behinderung Informationsquellen im Internet nur eingeschränkt nutzen können, nimmt sich Jan eric Hellbusch in seiner Broschüre "Barrierefreies Webdesign" an. Und wer als Webdesigner und –programmierer seine Informationen auch für die 20 % der Menschen anbieten möchte, die laut des Vereins für "Behinderte in Gesellschaft und Beruf" vom Durchschnittssurfer "abweichen", tut gut daran, sich mit Empfehlungen für barrierefreies Webdesign auseinander zu setzen.
Hierzu zeigt Hellbusch in Anlehnung an das WAI (Web Accessibility Initiative) in Schritten von verschiedener Priorität auf, dass grundsätzlich jedes Web-Projekt barrierefrei gestaltet werden kann, beziehungsweise, und als "abgespeckte Lösung", die Informationen auf den wichtigsten Seiten wie beispielsweise der Startseite oder im Bereich mit den Hauptinhalten barrierefrei angeboten werden sollten. Wer sich an die Regeln des barrierefreien Designs hält, erreicht nicht nur alle Menschen innerhalb seiner Zielgruppe, sondern kann auch mit nicht geringen Nebeneffekten wie der Lesbarkeit der Seite für Suchroboter, Palmtop-Benutzer oder textorientierte Browser rechnen.
Hellbusch gibt eine umfassende übersicht aller Kriterien, die für die Zugänglichkeit einer HTML-Seite zu berücksichtigen sind. So erfährt der Leser, was er beim Umgang mit gewöhnlichen elementen wie Bildern oder Tabellen zu beachten hat. Ganz nebenbei weist Hellbusch immer wieder auf Standardwissen hin, dass längst nicht alle Webgestalter verinnerlicht haben, so etwa, dass HTML keine Formatierungssprache ist, sondern der Organisation von Texten dient. Zur Formatierung, und damit zu Layoutzwecken des Textes, empfiehlt er den Einsatz von Style Sheets, deren Arbeitsweisen so umfassend sind, dass damit sogar mehrspaltiger Text generiert werden kann. Weitere Kapitel in der Broschüre sind dem Einsatz von Framesets und Formularen gewidmet, ebenso werden logische Strukturierungselemente, die Verwendung des OBJECT-elementes oder Inhalte wie Aspekte der Dynamik und Geräteunabhängigkeit aufgezeigt ("Geräteunabhängigkeit" bedeutet hier Unabhängigkeit der eingabegeräte Maus und Tastatur).
Da sich barrierefreies Webdesign jedoch nicht nur auf HTML bezieht, geht Hellbusch auch auf die Verwendung von JavaScript ein. Und wer denkt beim Gedanken an Webdesign nicht auch gleich an das Schlagwort Multimedia? In diesem Bereich stellt Hellbusch beispielsweise den Umgang mit Audio-Spuren und Video-Clips sowie die Audio-Deskription dar.
Im Heft wird Fachwissen rund um die Webprogrammierung mit Tipps für den Aufbau der Seite verbunden. Der Leser erfährt, wie die Navigation der Seite gestaltet werden sollte und was es bei der Farbauswahl zu beachten gilt.
Durch die ausführliche Darstellung der Arbeitsweise von HTML anhand zahlreicher Beispiele empfiehlt sich das Heft neben dem Erwerb von Kenntnissen rund um das barrierefreie Webdesign auch zur Auffrischung der eigenen HTML-Kenntnisse. Darüber hinaus wird mancher Gestalter, der es vorzieht, mit grafischen Editorenprogrammen zu arbeiten, den einen oder anderen Aha-effekt haben, wenn er die Funktionsweise von HTML detailliert aufgezeigt bekommt.
Das Heft zeichnet sich neben dem bisher Genannten auch durch den Verweis auf zahlreiche Links aus, mit deren Hilfe der Leser innerhalb einzelner Themengebiete sein Wissen noch vertiefen kann oder die ihn zum Download praktischer Arbeitshilfen und Kontrollen für die Gestaltung der Seite führen.
Abschließend lässt sich sagen, dass "Barrierefreies Webdesign" nicht nur für Leser interessant ist, die sich um die Zugänglichkeit Ihrer Seite Gedanken machen, sondern ebenso für alle, die sich für HTML und / oder Grundsätze der übersichtlichen Gestaltung interessieren.
Ute Kahlow, Multimedia-Produzentin
E-Mail: kahlow(at)mmpk.de
